Posts mit dem Label Konzert werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Konzert werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 20. Juli 2014

"You are so beautiful" und "The world is yours"

Letztes Wochenende hatte ich das Vergnügen zwei meiner liebsten Musiker live zu sehen:
Max Herre (zum ersten Mal)
Nas (alle guten Dinge sind drei)

Im folgenden meine Eindrücke...

Max Herre

Durch meinen guten Freund Roman - und seine Connections zu Fritz Kola - bin ich an Gästelisten-Plätze für das Open Source Festival hier in Düsseldorf, nur unweit von meiner Bude entfernt, gekommen. Ich hatte ihn wochenlang genervt, ob das jetzt klappt, ob er was gehört hätte, ob er noch mal nachfragen könnte, WEIL ich natürlich nicht unbedingt den vollen Preis zahlen wollte nur um Abends zum Auftritt von Max Herre zu gehen - und weil ich Max Herre sehen wollte.

Der Tag kam endlich, es war angenehm warm und ich war erstmal wirklich total geflasht von der Location. Mitten im Grafenberger Wald auf der Galopp-Rennbahn - ich war natürlich noch nie da, warum auch? Es gab ein paar Promo-Stände, wo man aktiv werden, an lustigen Gewinnspielen teilnehmen oder schöne Erinnerungsfotos schießen konnte. Außerdem war da der Stand von Vintage Kollektiv, wo ich mir prompt ein schönes Blümchen Kleid gekauft habe und Lisa sich ein funky Hemd, das Will Smith in seiner besten Zeit sicher auch viel Freude bereitet hätte.

So nun aber zum Konzert. Erst mal richtig nice: Das Bühnenbild war wirklich dem vom MTV Unplugged nachempfunden.
Wie man auf dem Bild sehen kann, standen wir auch echt recht weit vorne :)
Dann kamen Max und das Kahedi Orchester (mit AFROB!!!) auf die Bühne und es war von der ersten Sekunde an magisch. 



Meine erste Feststellung war: Max Herre sieht in echt tatsächlich noch ein wenig besser aus, als auf Bildern oder im TV.
Meine zweite Feststellung: keine andere Frau außer Joy Denalane könnte ihm gerecht werden (umgekehrt genauso).
Meine dritte Feststellung: "Rap ist" ist ohne Megaloh echt nur halb so schön - da kann auch der überragende Part von Afrob nichts dran ändern - Schade, dass das Splash dazwischen gekommen ist- und Fetsum ersetzt nun mal keinen Aloe Blacc oder Gregory Porter.
Insgesamt war das Konzert einfach Gänsehaut pur. Ich habe keinen Song vermisst und an der ein oder anderen Stelle ein Tränchen verdrückt. Ich werde es wohl unter meinen persönlichen Konzert Highlights vermerken, live gesehen zu haben wie Max Herre zusammen mit Joy Denalane "Mit dir" performt.

Einziger wirklicher Wermutstropfen des Konzerts: 
Als Max zusammen mit Grace (was für eine wunderbare und wunderschöne Sängerin) den Song Berlin - Tel-Aviv performt hat, zeigte sich wieder die hässliche Fratze unserer Menschheit. Der Song ist ja so schon sehr emotional (checkt ihn mal hier aus - ich musste die ersten Male IMMER weinen) und vor dem Hintergrund der Dinge die aktuell wieder in Palästina/Israel passieren ist es wirklich noch krasser. Neben uns stand ein Kerl mit einer Palästina Flagge, die er während des ganzen Songs natürlich hoch hielt. Max Herre ist auch darauf eingegangen. Hinter uns kam dann leider von einem Mädel der Kommentar "Ihh ein Palästinenser!"... solche Leute haben doch einfach nichts verstanden - weder das was auf der Bühne dargeboten wurde noch was Krieg und Hass eigentlich bedeuten.


Nas

Es gibt ja Leute, die finden es seltsam, dass ich immer und immer und immer wieder zu einem Konzert von Nas gehen würde. Ich mein, klar, ich habe ihn schon gesehen, aber ich wurde beim ersten Mal nicht enttäuscht, beim zweiten Mal nicht enttäuscht und, was soll ich sagen, beim dritten Mal wurde ich jetzt auch nicht enttäuscht. Viel mehr noch: es lässt sich eine deutliche Steigerung erkennen! 
Das Konzert war in der Essigfabrik, Köln. Ich verbinde mit dieser Location jetzt mittlerweile einige schöne Erinnerungen, aber mich fasziniert immer wieder wie wenig Feingefühl der Veranstalter Out4Fame bei der Planung hat:

Vor dem Konzert legte wie immer DJ O-Sun auf. Der Kerl spielt wirklich jedes Mal das gleiche Set (ich habe ihn das erste mal 2008 auflegen sehen!) - es gibt immer kleine Veränderungen, mittlerweile spielt er natürlich auch so etwas wie N***as in Paris, aber insgesamt ist es immer ein Best Of HipHop-Schlager (der Typ vor uns nannte es so und mir gefällt diese Umschreibung).
Danach lassen die immer Musik laufen... und zwar wirklich immer richtig beschissene... diesmal haben sie sich für Trap entschieden. Trap. Das macht natürlich Sinn vor einem Nas Konzert. Vor allem vor einem Konzert der 20 Years Illmatic Tour. Es waren also so gesehen NUR Trap-Hörer da. Alle haben sich total gefreut.

Aber dann ging es los und... ich bin einfach direkt komplett ausgerastet. Zuerst hat er alle Songs von Illmatic gespielt und dabei war es schon echt überragend wie stimmgewaltig alle die Songs mit gerappt haben und wie sehr Nas sich einfach genau wie auf den Aufnahmen anhört. Und auch cool, dass die Samples - wie etwa auf Elmatic - auch mitgespielt wurden.
Danach gab es ein kleines Best Of - Nastradamus, Hate Me Now, The Message, I Can, Made You Look, Stillmatic Intro, One Mic, Nas Is Like, If I Ruled The World, Street Dreams, You're The Man, Get Down, Accident Murderers, Stay... Und bei jedem einzelnen Song ist das Publikum total mitgegangen. Das hatte ich glaube ich noch nie bei irgendeinem Konzert, dass ich so sehr das Gefühl hatte, dass alle das selbe so stark gefeiert haben.

Irgendwann sah ich hinten auf der  Bühne ein bekanntes Gesicht: Fashawn (wurde ja gerade erst auf Nas neuem Label Mass Appeal gesignt). Und der Gute konnte von Nas auch überzeugt werden mal kurz acapalla ein paar Rhymes zu kicken :) Ich bin sehr gespannt auf sein neues Album (und hoffe wirklich sehr, dass man nichts von seiner guten Freundschaft mit Wiz Khalifa merkt).

Insgesamt war dieses Konzert eine der positivsten Erfahrungen der letzten Wochen und ich bin sehr glücklich da gewesen zu sein... auch wenn ich nachher todkrank war :D Das war es wert!

Samstag, 30. November 2013

Hallelujah! J'ai tant besoin de toi!

Um hier erste Befürchtungen wegzuräumen: Nein, dieser Post ist nicht auf "Franzchöchich?!?", ich dachte nur es wäre angemessen wenigstens ein bisschen auf der Muttersprache des Künstlers zu schreiben… also Check - erledigt.

Zuerst muss ich sagen, dass ich Ben L'Oncle Soul zwar immer mochte und auch immer fand, dass er ein guter Musiker ist, aber so richtig überzeugt hatte er mich bis dato nicht.
Daher war es auch eher Zufall, dass ich jetzt tatsächlich zu diesem Konzert gegangen bin.
Es war eines schönen Sonntags als ich an dem Veranstaltungsplakat vorbei gekommen bin und dachte "Ach, geil, Ben L'Oncle Soul in Düsseldorf, und dann auch noch im Zakk - könnte man sich mal geben". Also schnell das Plakat abfotografiert und an Lisa geschickt - die war natürlich sofort dabei.



Seit dem Konzert gestern bin ich jetzt wohl Über-Fan!

Was macht ein gutes Konzert aus? Für mich, dass ich ohne den Einsatz von berauschenden Mitteln in eine völlig eigene Welt abtauche, wo ich dann auch erst mal noch für ein paar Stündchen verweile, auch wenn ich schon längst zu Hause bin.
Gestern Abend ist das auf jeden Fall genau so passiert und zwar in einem Ausmaß, dass ich bisher erst 2 mal erlebt habe:
bei Erykah Badu und bei Raashan Ahmad…
Das Konzert reiht sich also in meine, und auch Lisa's, Top 3 ein.

Woran das lag?


1. Als Voract ist ein senegalesischer Künstler namens Faada Freddy aufgetreten. Er kam mit einem Stock auf den Boden klopfend auf die Bühne und sang dann zunächst nur dazu. Nachher kamen noch seine Gitarre und eine Menge Body-Percussion zum Einsatz.
Der Mann hat einfach eine wirklich wunderschöne Stimme, wirklich gute Texte und zu dem Zeitpunkt war ich schon so von Dankbarkeit für so viel gute Musik überfüllt, dass ich es kaum fassen konnte.
Checkt hier bitte einmal das Video des guten Mannes aus:



2. Als Band hatte Ben L'Oncle Soul die Monophonics mit. Das ist eine Band aus San Francisco in deren Studio der Herr sein kommendes Album aufgenommen hat.
Und die lieben Herren gingen mal voll ab. Alles einmalige Musiker.
Später als der gute Ben und seine beiden überragenden Backround-Sänger sich eine kleine Récréation gegönnt haben, haben die Monophonics eine einzigartige Interpretation von Nancy Sinatra's "Bang Bang" abgeliefert… und ich habe es dem Sänger abgekauft, dass er erschossen auf dem Boden liegt und gerade noch mal alles an Kraft und Emotionen in diesen Song hineinsetzt, um dem Publikum davon zu berichten.
Damit ihr euch ein ungefähres Bild davon machen könnt, wie das abgegangen ist, habe ich hier mal ein anderes Video rausgesucht. Es kam im Zakk aber tatsächlich noch etwas geiler, weil die Band komplett schwarz angezogen war und der gute Kerl an den Keys rot angeleuchtet wurde… und es kam auch komplett unerwartet… uuuund er ist dabei noch mehr ausgerastet als hier.



3. Ben L'Oncle Soul hat sich wohl wirklich stark von diesem Cover-Ding abgewandt und hauptsächlich eigene Songs gespielt. Als ein paar Leute im Publikum während eines kleinen Interludes anfingen Seven Nations Army anzustimmen, reagierte er, zurecht, ziemlich genervt und sagte etwas wie "What is wrong with you? I'm talking to you about love and you are just here to party and get drunk when I am singing about sincere feelings"… Jo recht hatter! Das war ungefähr nach 1/3 des Konzerts und danach ging er noch mehr ab - sogar mit ein, zwei Tränen.
Ben L'Oncle Soul hat wirklich mit so einer unfassbaren Emotion und Kraft und Überzeugung gesungen und… es war unglaublich! Ich hatte die ganze Zeit Gänsehaut und musste ganz oft die Augen zu machen, damit ich nicht anfange los zu heulen. Und dass jetzt nicht, weil das nur Schnulzen waren, sondern, weil ich das so stark gefühlt habe. Einmalig…
Ich kann nicht fassen, dass ich jetzt noch bis Februar auf das neue Album warten soll, da ich mich in wirklich viele der Songs sofort verliebt habe.
Merklich beeinflusst wurden die Songs von Otis Redding(es war dann doch auch ein Cover dabei und auch eins von Bob Marley), aber es handelt sich hier nicht um eine stumpfe Kopie, sondern um eine wirklich gute Umsetzung der Inspiration.


Es gibt verrückter Weise scheinbar noch gar keine Videos der aktuellen Tour online, deshalb müsst ihr euch jetzt mit den Bildern zufrieden geben, die Lisa gemacht hat, da ich leider zu stark in meiner Welt gefangen war :D


Das Gesicht sagt alles!







Einzig negativer Beigeschmack:
Vor uns standen so 2 Ottos… der eine scheinbar so etwas wie Musik-Journalist, hatte aber offensichtlich gar keinen Plan. 
Hier ein paar Zitate:
"Ich habe ja noch nie was von diesem Ben L'Oncle Soul gehört - den gibt es ja auch irgendwie erst seit 20-12"
"So richtig Soul war das jetzt ja nicht" (Nach dem Auftritt von Faada Freddy)
"Und dann wollten die auf das Festival da so irgendwelche HipHopper holen.. hahaha.. HipHopper!"
"Ich habe gelesen, dass er Ben L'Oncle Soul heißt, weil er aussieht wie Uncle Ben" (Ah, du machst deine Recherche über Wikipedia.)
"Wie fandest du es?" - Nur ein Schulterzucken seines Begleiters.
Sein Compagnon stand die ganze Zeit schweigend und regungslos da.
Sorry, wenn ich scheinbar so etwas wie ein Musik-Journalist bin, dann habe ich doch eine Leidenschaft für Musik in mir. D.h., dass ich bei so einer Musik einfach nicht still stehen kann… das ist nach biologischen Gesetzen sicher schon gar nicht möglich.
Und warum muss ich, wenn mich das offensichtlich gar nicht interessiert, mich ganz nach vorne stellen, wenn ich zusätzlich noch so ein fettes Objektiv dabei habe, dass ich auch noch von ganz hinten so ranzoomen könnte, als würde ich ganz vorne stehen?
Freue mich schon darauf den Artikel zu googlen :D